Sonntag, 15. April 2018

Erlebnisse aus der Kindheit

Kindheitserinnerungen

Ganz ohne Rangfolge, es gibt da einiges an das ich mich aber noch ganz genau erinnere obwohl das schon sehr viele Jahre her ist. Klar verfälschen die vielen Jahren meine Erinnerung.

Meine Eltern haben fast immer gearbeitet. Vater ging ja ganz normal morgens aus dem Haus zur Arbeit. Nur vorher hat er schon die Schweine gefüttert, denn er war wie man so sagt Nebenerwerbslandwirt. Er hat halt einige Schweine gehalten um zusätzlich Geld zu verdienen.

Auch ich habe da oft geholfen eher abends. Denn die Schweine wurden zweimal am Tag gefüttert.
Zur Futterzeit war ein Höllenlärm im Stall, so lange bis alle ihr Futter hatten. Und es hat gestunken besonders in einige Ecken. Und das obwohl nicht nur gefuttert sondern es wurde auch täglich ausgemistet. Klar das wurde per Hand gemacht. Also mit einer Schaufel den Mist auf eine Schiebkarre und dann raus auf den Misthaufen bringen.

Wobei unser Misthaufen recht klein war im Vergleich zum Bauern nebenan.

Verletzte Füße retteten meinem Vater das Leben

Wichtig ist dabei noch; mein Vater hatte an beiden Füßen Kriegsverletzungen. Er musste deshalb handgefertigte Schuhe tragen. Aber er hat den Krieg überlebt. Mit der Verletzung war für ihn der Krieg zu ende. So hat ihm das wohl das Leben gerettet. Klar er hat oft von seinen Erlebnissen erzählt.

Die Erfahrung, einen Krieg miterlebt zu haben, ist mir Gott sei dank erspart geblieben. Bin nach dem 2. Weltkrieg geboren.

Trotzdem ist es für mich unbegreiflich wieso es immer noch Kriege gibt. Grad wir Deutschen sollten doch davon wirklich genug haben. Nur warum müssen wir denn Waffen herstellen und die in alle Welt verkaufen. Ja und Soldaten in Kriegsgebiete schicken.

Unter anderem habe ich deswegen einige Jahre Protest gewählt, genau gesagt habe keine Partei gewählt die schon mal an der Regierung beteiligt war. Klar hat nichts gebracht. Habe es darum wieder eingestellt, bin auch zum Nichtwähler geworden.

Aber nun wieder zu meinen Erlebnissen.


Keinen Fernseher, kein Auto und kein Telefon

Ein Unterschied zu anderen Haushalten war z.B. Bei uns gab es sehr viele Jahre keinen Fernseher.
Ich habe statt dessen Hörspiele im Radio angehört.
Ein Fernseher kam erst als mein Pflegebruder ein Gerät von seinem Vater geerbt hat.
Denn nachdem meine Halbschwester geheiratet hatte und ausgezogen war, wollte meine Mutter nicht das ich als Einzelkind aufwachse. So hat sie sich ans Jugendamt gewannt und so war dann halt irgendwann jemand da mit dem ich mein Zimmer teilen musste.

Und wir hatten dann halt doch bald einen Fernseher. Auf diesem Umweg.
Telefon und Auto gab es aber immer noch nicht. Habe beides auch nicht vermisst. Wen hätte ich auch anrufen sollen. Wenn ich mit einem anderen Kind spielen wollte bin halt einfach hin gegangen oder mit dem Fahrrad hin gefahren. Fahrrad war ja auch sowieso wichtig. Wenn man irgendwo hin wollte.

Und klar es gab kein Handy mit Whatsapp oder Soziale Netzwerke,

In die nächste Kleinstadt fuhr zu erst ein Zug und spät nur noch ein Bus. Kann mich noch genau an Zug mit Dampflock erinnern der durchs Dorf fuhr.

Mein Vater fuhr mit einem Mopet zur Arbeit das ich dann später übernommen habe. Er fuhr dann mit einem Arbeitskollegen aus der Nachbarschaft mit.

Zu meiner 1. Arbeitstelle musste ich sogar einige Monate mit 15 km mit dem Fahrrad fahren. Denn die lag nicht an Bus strecke. Und erst in die Kleinstadt und dann dort umsteigen war halt zu umständlich. Und Führerschein für das Mopet konnte ich ja erst mit 16 machen. Meine Lehre bin ich aber schon mit 15 Jahren angefangen.

Unbezahlte Kinderarbeit

Das Dorf war so klein klar da kannte man jeden. Ein Nachbar war ein Bauer. Mit der Tochter im gleichen Alter habe ich oft gespielt, ja sogar Onkel Doktor. Und ich war ganz stolz drauf in der Ernte den Trecker weiter fahren zu dürfen. Kennt sich kaum jemand, muss ich erklären. Stroh und Heu wurden vom Feld in den Stall mit Trecker und dahinter zwei Anhänger geholt. Zum aufladen wurden zwei Erwachsene gebraucht. Einer musste die Strohbunde mit der Forke auf den Anhänger staken, hochheben. Ein anderer hat dann gepackt. Also die Bunde so sicher auf dem Anhänger aufgebaut das möglichst hoch gepackt werden konnte. Damit man nicht so oft fahren musste.
Und der Trecker mit Anhänger musste dazu halt auf dem Feld die Reihe lang gefahren werden.
Stück vorfahren und wieder anhalten, damit er halt beladen werden konnte. Und das Trecker fahren auf dem Acker wurde oft von Kindern gemacht. Ich war ja auch ganz stolz drauf. Denn die Pedale gingen sehr schwer und ich konnte trotzdem Anfahren ohne das es zu stark ruckelte, War nicht gut sonst wär der Mann oben auf dem Wagen runter gefallen. Lenken und Gänge schalten ging alles höllisch schwer. Gab damals keine servo Lenkhilfe oder Bremskraftverstärker.

Bei einem anderen Bauern habe später auch Kartoffeln gesammelt und mir damit ein neues Fahrrad verdient. Das hatte ich bis vor kurzem noch. Kartoffel sammeln weil die Kartoffeln von einer Maschine aus dem Boden geholt wurden und dann verstreut auf der Erden lagen. Direkt auf den Wagen laden konnte die Maschine nicht. Es durften ja keine Steine usw dabei sein.
Kartoffeln in größeren Mengen wurden nur von einem Bauern angebaut. Die hatte übrigens sehr viel Kinder glaube es war 7 Kinder. Ich war auch vorher hin und wieder dort, wie überall wo es andere Kinder in der nähe gab. Wobei die Nähe etliche km betrug war ja durch das Fahrrad mobil.

Mir wurde schon als Kind klar, es gibt Leute mit viel Geld und andere mit wenig. 

Das Besondere bei einem anderen Jungen aus dem Dorf war, der hatte besonders viel Spielzeug.
Im Garten aber auch im Wohnzimmer war eine recht große Platte mit einer elektrischen Eisenbahn aufgebaut. Ob auch der Vater damit gespielt hat, weiß ich gar nicht. Der war ja immer zur Arbeit wenn ich dort war. Klar die hatte auch die anderen Dinge, Telefon, Auto und Fernseher die wir ja nicht hatten.

In dem kleinen Dorf gab es auch eine Schule mit zwei Räumen. In dem einen wurden von einem Lehrer gleichzeitig die Klassen 1 bis 4 und in dem anderen Raum die Schuljahre 5 bis 9 gleichzeitig, unterrichtet. Wir Schüler saßen nach Schuljahren sortiert und der Lehr ging von einem Schuljahr zum anderen für den Unterricht. Schüler die nicht an der Reihe waren bekamen schriftliche Aufgaben und mussten ansonsten Ruhig sein. Damit sie den Unterricht der anderen nicht störten.

Schüler vom Lehrer zusammen geschlagen!

An die Zeit in den unteren Jahrgängen kann ich nur noch an einen Vorfall erinnern: Ein Mitschüler wurde von dem Lehrer Richtig extrem verprügelt, geschlagen. Keine Ahnung warum. Er ist dann nach Hause gelaufen und seine Mutter kam. Ja und nur wenig später bekamen wir dann eine neue Lehrerin.
Ich selbst bekam einige Jahre später in der 5. Klasse eine Ohrfeige. War im Vergleich zum anderen Vorfall harmlos. Und nach meiner Meinung auch noch zu Unrecht. Aber so etwas sollte ja heute nicht mehr vorkommen.

Der Lehrer der oberen 4 Klassen hatte seine Wohnung im Schulgebäude. Für den anderen Lehrer gab es eine Dienstwohnung direkt neben der Schule.

Zur Schule gehörte auch ein kleiner Schulwald. Zur Turnhalle mussten wir ins Nachbardorf. Dort war auch die Kirche mit Friedhof.

Gut in Erinnerung sind mir die Schulfahrten geblieben. So waren wir auf den Halligen, Ausflug in die nächst größere Stadt nach Flensburg aber auch nach Hamburg. Nicht nur dort haben wir den Zoo besucht sonder auch den in Neumünster.

Durch den Konfirmandenunterricht im Pastorat in der Nachbargemeinde bekam ich auch Kontakt zu einigen Kindern aus dem Dorf. Im Pastorat wurden aber auch Spieleabende angeboten.

Flugzeugabsturz.

An eine Fahrt mit dem Fahrrad dort hin kann ich mich gut erinnern weil ich einen Flugzeugabsturz beobachtet habe. Denke das war ein Starfighter. Das war in ca 8 km Entfernung. Direkt den Aufschlag konnte ich deswegen nicht sehn aber den Sturzflug genau sehen. Bin dann aber nicht dort hin gefahren sondern weiter zum Spieleabend. Der Militärflugplatz lag in einer ganz anderen Richtung. Erst am nächsten Tag habe ich erfahren was dort eigentlich geschehen ist. Denn wir hatte die täglich Zeitung auch wenn es sonst nicht so vieles gab.

Viele Tiere

Naja wir hatten ein großes Grundstück mit Garten und es wurde auch Futter für die Schweine angebaut. Klar Katzen waren auch da. Und später dann auch ein Hund. Ein alter Mann aus der Nachbarschaft war gestorben und den Hund hat meine Mutter übernommen.
Der Hund kannte sie schon sehr gut. Meine Mutter hatte den alten Mann betreut.
Und an eines erinnere ich mich auch noch genau. Meine Mutter hat jeden Abend die Büroräume der Sparkasse im Dorf sauber gemacht. Und der Hund wartete jeden Tag vor dem Haus auf sie. Er lief nie hinterher aber er warte ganz treu auf Sie. Er war während der Zeit auch nicht vom Fleck zu kriegen.

Hier erfährst du wie es mir heute so geht














 




  

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